Ich hoffe, euch hilfts...!
NS- Krieg
01.09.1939 – 08.05.1945
Einführung:
Der durch Deutschland, unter Führung von Adolf Hitler, entfachte Zweite Weltkrieg war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Er kostete insgesamt etwa 60 Millionen Menschen das Leben.
Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit kam es während einer bewaffneten Auseinandersetzung zu zahlreichen Kriegsverbrechen und systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, unter anderem durch erstmalig ausgeführte großflächige Bombardierung ganzer Wohngebiete in Europa und Asien. Dieser Terror gegen Zivilisten gipfelte schlussendlich in den beiden Atombombenabwürfen auf die japanischen Großstädte Hiroshima und Nagasaki (06.08 und 09.08.1945) durch die USA und einem massiven Einsatz von biologischen und chemischen Waffen der Japaner in China.
Kriegsziele:
Für die Nationalsozialisten war dieser Konflikt kein gewöhnlicher Krieg, sondern ein ideologisch motivierter Raub- und Eroberungsfeldzug sowie Rasse- und Weltanschauungskrieg. Das führte dazu, dass Kriegsverlauf und Kriegführung untrennbar mit dem so genannten Holocaust verbunden sind, dem vorsätzlichen und industriell geplanten Völkermord an etwa 6 Millionen Menschen jüdischer Abstammung.
Des weiteren verübte Hitlers Staatsapparat Massenmorde an Millionen so genannter Slawen, meist Polen und Russen, an Hunderttausenden Behinderten, etwa 20.000 deutschen Kommunisten und Sozialdemokraten, 5.000 Homosexuellen und 1.200 Zeugen Jehovas, an denen mitunter auch reguläre deutsche Wehrmachts- Soldaten beteiligt waren.
Im Einzelnen hatten die Nationalsozialisten folgende Kriegsziele:
ein antisemitischer und anti-„bolschewistischer“ Vernichtungskampf zur Gewinnung eines deutschen „Lebensraums“ im Osten
Hierbei gewann der Genozid an den europäischen Juden oberste Priorität.
eine Ressourcen schonende Kriegführung („Blitzkrieg “), um die Industriekapazitäten nicht zu Ungunsten der Konsumwirtschaft zu überfordern: Bei den Deutschen sollte keine Unzufriedenheit wegen der materiellen Lage entstehen
ein rascher und ausgiebiger Raumgewinn, um der sich abzeichnenden Überlegenheit der gegnerischen Rüstung zuvor zu kommen
Ausplünderung der besetzten Territorien und (vor allem im Osten) Versklavung ihrer Bewohner zugunsten des Deutschen Reiches und seiner „arischen“ Bevölkerung
Das von Beginn an anvisierte Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung und die „rassistische Neuordnung des (europäischen) Kontinents“. Zur Konsolidierung der „Heimatfront“ und im Sinne einer optimalen Nutzung der eroberten Kapazitäten sollte ein Zweifrontenkrieg zunächst vermieden werden.
Der Völkermord wurde mit der angeblichen Minderwertigkeit der „jüdischen Rasse“ sowie mit einer Verschwörungstheorie gerechtfertigt, derzufolge quasi alle Juden auf der Welt das Ziel hätten, die „germanische Rasse“ zu beherrschen bzw. auszulöschen.
Der deutsche Angriff auf Polen 1939
Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 als die Deutsche Wehrmacht Polen angriff, ohne dass im Vorhinein eine formale Kriegserklärung erfolgte. Dazu möchte ich ein kurzes Zitat von Adolf Hitler aus einer Rede vor dem Deutschen Reichstag einbringen:
"[... ] Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eignen Territ
orium auch mit
bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen.
Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten. [...]".
Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, wurden von deutscher Seite mehrere Vorfälle vorgetäuscht.
Der bekannteste ist der inszenierte Überfall am 31. August 1939 auf den Sender Gleiwitz durch verkleidete SS-Angehörige, die sich als polnische Widerstandskämpfer ausgaben. Dabei verkündeten sie in polnischer Sprache die angebliche Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.
Der erste militärische Angriff wurde durch das deutsche Linienschiff „SchleswigHolstein“ auf die Danziger Westerplatte verübt. Die polnische Armee war der deutschen Wehrmacht zwar
zahlenmäßig ebenbürtig; technisch und in der Art der Kriegführung jedoch unterlegen. Die
polnische Regierung rechnete mit der Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien,
die am 2. September aufgrund der so genannten „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein
Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.
Info: (Als englisch-französische Garantieerklärung wird die Ankündigung Englands und Frankreichs vom 31. März 1939 bezeichnet, Deutschland im Falle eines Angriffes auf Polen ebenfalls anzugreifen, um eine weitere Expansion Deutschlands in Richtung Osten zu verhindern. Im Falle eines Angriffs deutscher Truppen gegen Polen kündigten Großbritannien und Frankreich an, Deutschland den Krieg zu erklären, was dann im September 1939 auch geschah. Laut der Garantieerklärung hätte spätestens 15 Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen eine Offensive gegen das Deutsche Reich erfolgen müssen.
Diese Garantieerklärung bezog sich allerdings nur auf den Angriff von deutscher Seite aus. Der russische Angriff auf Polen war in dieser englisch-französischer Garantie Erklärung nicht abgedeckt.
Hitler hielt diese Absichtserklärung für eine Maßnahme zur Abschreckung ohne wirkliche Handlungsabsichten. Er hatte sich damit allerdings getäuscht. Durch den Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion und den damit verbundenen Vereinbarungen Deutschlands und der Sowjetunion, Polen untereinander aufzuteilen, gewann Hitler Zeit.)
Die polnische Regierung forderte natürlich, dass alle deutschen Truppen aus Polen zurückgezogen werden.
Die britischfranzösische Garantieerklärung hätte diese Staaten ve
rpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber
eine Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler
hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Resttschechei�
�
gewähren lassen würden und hatte daher den Westwall nur schwach besetzt. Wie erwartet blieb ein Angriff aus dem Westen tatsächlich aus, England und Frankreich erklärten jedoch am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg und der Zweite Weltkrieg begann.
Am 17. September 1939 begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Übereinstimmung
mit dem geheimen Zusatzprotokoll des Nichtangriffspaktes zwischen de
m Deutschen Reich
und der UdSSR. Dies geschah, nachdem die organisierte polnische Verteidigung durch
die Wehrmacht zerschlagen wurde, der polnische Staat zusammengebrochen und die polnische Regierung nach Rumänien geflohen war. Dabei besetzte die Rote Armee Teile Ostpolens (vor allem die
Westukraine, den westlichen Teil Weißrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf
einen organisierten militärischen Widerstand zu stoßen. Trotz allem hatte die Rote Armee dabei 3000 Opfer
zu verzeichnen. Diese Aktion hatte zur Folge, dass erst am 18. Dezember 1939 ein Kriegszustand mit der Sowjetunion seitens der polnischen Exilregierung erklärt wurde. Eine Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an die Sowj
etunion erfolgte
jedoch nicht.
Am 28. September kapitulierte dann die polnische Hauptstadt Warschau, nachdem sie zehn Tage zuvor von
deutschen Truppen eingeschlossen worden und nun einem intensiven Bombardement
ausgesetzt war.
Das eroberte Gebiet teilten sich am 8. Oktober das Deutsche Reich und die Sowjetunion durch eine Demarkationslinie im Abkommen von
BrestLitowsk, auch unter der „Vierten
Teilung Polens“ bekannt.
Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen
Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber�
�hinaus weite Bereiche
Zentralpolens. Der Rest Polens wurde zu deutsches
Generalgouvernement.
INFO: Der Pakt garantierte Deutschland die sowjetische Neutralität bei einer Auseinandersetzung mit Polen und den Westmächten und räumte der Sowjetunion die Möglichkeit ein, die im Ersten Weltkrieg verlorenen Territorien Russlands ohne ein Eingreifen Deutschlands zu besetzen.
Die folgende Besatzungszeit war von extremen Unterdrückungen der B
esatzer gegen die
Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste
Ausprägung; insbesondere die polnischen Juden wurden nun zu Opfern der nationalsozialistischen
Rassenpolitik. Im östlichen Teil Polens gingen sowjetische Besatzer außerdem ähnlich brutal gegen so genannte „Klassenfeinde“ vor.
Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff „Blitzkrieg“�
�und die taktische Kriegführung
Deutschlands bis Ende 1941.
April 1940: Besetzung Dänemarks und Norwegens
Das Unternehmen Weserübung bezeichnet die Invasion der deutschen Wehrmacht in Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.
Das militärische Ziel, welches mit der Invasion verbunden war, lag in der Besetzung der norwegischen Häfen, um somit Großbritannien zuvorzukommen. Einerseits wurde auf diese Weise eine Seeblockade verhindert und andererseits sollte die Eisenerz-Versorgung der deutschen Rüstungsindustrie aus Kiruna (Schweden) über Narvik gesichert werden. Dafür war Dänemark als Nachschubweg unverzichtbar.
Sowohl Dänemark als auch Norwegen waren neutral. Dänemark hatte 1939 als einziges nordeuropäisches Land einen Nicht-Angriffsvertrag mit Deutschland geschlossen. In einem Ultimatum bat Deutschland beiden Staaten an, die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit, also ihre Neutralität und ihre Selbständigkeit, anzuerkennen, falls Dänemark und Norwegen beide sofort kapitulierten. Norwegen lehnte ab und wählte den Krieg, die Dänen akzeptierten jedoch dieses Angebot nach wenigen Stunden Kampf.
Angesichts der überwältigenden Überlegenheit der Royal Navy war für das Gelingen der Operation Weserübung die absolute Geheimhaltung aller Vorbereitungsmaßnahmen Bedingung. Die Grundüberlegung zielte darauf ab, der Unternehmung den Charakter einer friedlichen Besetzung zu geben, und zwar unter dem Vorwand, der Neutralität der beiden Länder bewaffneten Schutz zu geben.
Die Operation Weserübung war sicher eine Voraussetzung dafür, dass eine Fortsetzung der deutschen Kriegsführung erfolgte. Der Export schwedischer Eisenerze und Stahlveredlungsmetalle aus dem Raum Skandinavien nach Deutschland blieb für die gesamte Dauer des Krieges gesichert. Nach der Einschätzung Großbritanniens hätte das Deutsche Reich ohne die kriegswirtschaftlich notwendigen skandinavischen Erze den Krieg nicht länger als zwölf Monate durchhalten können. Durch die Besetzung Dänemarks und Norwegens blieb die Ostsee unter der Kontrolle Deutschlands. Schließlich wurde durch das Unternehmen Weserübung eine weitere Front in Skandinavien verhindert, die vor allem Frankreich zu seiner Entlastung gefordert hatte.
Mai 1940: „Sichelschnitt“ in Frankreich
Während Deutschland zur Verteidigung der Front den Westwall hatte, diente dazu in Frankreich die stark befestigte MaginotLinie. Die Ardennen (ein Waldgebiet) galten zusätzlich als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht, dass ein Vorstoß durch dieses Gebiet möglich wäre, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.
Durch einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen sollten die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front gezwungen werden. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer und motorisierten Divisionen gedachte man, durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen.
Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände (Fall Gelb) mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. Am 17. Mai erfolgte die kampflose Übergabe Brüssels.
Die Niederländer waren durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als auf einen Krieg eingestellt als die Belgier, so dass ihre Armee ziemlich leicht geschlagen werden konnte. Nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai wurde die Kapitulation der niederländischen Truppen eingeleitet. Tags darauf erfolgte die Kapitulation der niederländischen Truppen. Die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen daraufhin nach London ins Exil.
Am 19. Mai erreichte die sechste deutsche Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in
diese Gebiete erfolgte so rasant, dass die britischen und französischen�
�Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Am 27. Mai begann dann die Operation „Dynamo“, die ihrem Anschluss mit der Evakuierung von über 338.000 alliierten Soldaten,
davon 110.000 Franzosen am 4. Juni 1940 fand.
Als der Rückzug Großbritanniens erfolgte, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. „Fall Rot“ – so lautete der deutsche Deckname für den zweiten Angriff in Frankreich – begann am 5. Juni mit einem deutschen Angriff.
Außerdem beschloss Mussolini am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni wurde die französische Hauptstadt Paris von den Deutschen besetzt. Die Franzosen räumten diese zuvor, um sie nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen. Gleichzeitig durchbrach die Wehrmacht die MaginotLinie und die symbolträchtige Festung Verdun wurde ebenfalls eingenommen.
Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise
bescheidenen Waffenstillstandsbedingungen kam es am 22. Juni 1940.
Diese Unterzeichnung erfolgte demnach im gleichen Eisenbahnwagon, wo die Deutschen am 11.11.1918 den ersten Waffenstillstand unterzeichneten, der damals zwischen dem Deutschen Reich und der Entente stattfand.
Der deutsch französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni in Kraft. Damit die französische Flotte nicht den Deutschen in
die Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte
stationiert war.
Der Krieg im Westen hatte somit nur sechs Wochen und drei Tage gedauert. Er forderte jedoch das Leben von über 135.000 Alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Die Schweiz konnte bei alledem ihre Unabhängigkeit wahren und wurde nie das Ziel einer deutschen Offensive. Frankreich wurde in zwei Zonen aufgeteilt: Der Norden und Westen Frankreichs stand unter deutscher Besetzung. Hier befanden sich wichtige Flugfelder sowie Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigsten Operationsbasen deutscher UBoote. Der Osten und Süden Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des Deutschen Reichs.
Info: (Vichy-Regime oder auch Vichy-Frankreich genannt wird der verbliebene Teil Frankreichs nach der Niederlage gegen Deutschland und der Verfassungsänderung vom 17. Juli 1940 genannt.)
Der Balkanfeldzug
Der Balkanfeldzug im Frühjahr 1941, auch als „Unternehmen Marita“ bezeichnet, kennzeichnet das Eingreifen des Deutschen Reiches gegen Jugoslawien und Griechenland, nachdem die Aktionen Mussolinis dort gescheitert waren.
Mussolinis Großmachtambitionen waren bereits seit den 30er-Jahren auf den Balkan gerichtet. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er keine Operationen in diesem Gebiet geplant, da er wahrscheinlich beabsichtigte, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten.
Mussolinis Ziel war, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten dann die italienischen Truppen endgültig in eine defensive Lage, so dass sogar ihre Zurückdrängung bis über die Grenzen Albaniens erfolgte. Angesichts solcher Niederlagen seines Achsenpartners, erließ Hitler am 13. Dezember mit dem „Unternehmen Marita“ Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.
Der Balkanfeldzug war nun nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien.
Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland.
Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart.
Griechenland kapitulierte am 21.4.1941
Die Briten, welche ebenfalls in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Am 24. April wurde diese Verteigigung überrannt. Daraufhin mussten die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.
Ein wichtige Folge des Balkanfeldzuges war, dass der Start des Russlandfeldzuges um sechs Wochen verzögert wurde, und dadurch verhindert werden konnte, dass die deutsche Wehrmacht noch vor dem Einbruch des Winters Moskau einnehmen und dort eine Vorentscheidung herbeiführen konnte.
In der geschilderten Zeit des Krieges verbuchten die Deutschen große Erfolge. Dies bezeichnet man als Blitzkrieg. Der Blitzkrieg ist eine Form der Kriegführung des kombinierten und koordinierten Einsatzes verschiedener Teilstreitkräfte, also Luft-, See- und Landstreitkräfte. Plötzliche, schnelle und unerwartete Vorstöße sollen dem Gegner dabei im Idealfall keine Gelegenheit zur Organisation einer stabilen Verteidigung geben. Die damals unbeweglichen Materialschlachten aus dem Ersten Weltkrieg sollten damit verhindert werden.
Warum mussten die Deutschen jedoch so verfahren?
Der Grund liegt darin, dass Deutschland auf lange Sicht Rohstoffe benötigte und große Materialschlachten auf Dauer nicht durchzuhalten gewesen wären. Die Breitenrüstung und Tiefenrüstung spielten hierbei eine maßgebliche Rolle. Unter der Breitenrüstung ist die Produktion von Waffen und Rüstungsgüter zu verstehen, während bei der Tiefenrüstung es um die Beschaffung von Rohstoffen geht, um Waffen zu produzieren und z. B. Kriegsfahrzeuge in Betrieb zu halten.
So lässt sich beispielsweise die in großem Stil betriebene synthetische Herstellung von Treibstoff als Tiefenrüstung verstehen. Allerdings standen nicht die Mittel zur Verfügung, um gleichermaßen Tiefen- wie Breitenrüstung zu betreiben. Die Führung entschied sich mit ihrer Blitzkriegstrategie letztlich für die schnelle Produktion vieler Waffen und damit für Vernachlässigung der Tiefenrüstung. Anfangs schien dies richtig gewesen zu sein, wie die schnellen Siege über Polen und Frankreich zeigten. Aber mit fortschreitender Kriegsdauer erwies sich dieser Weg als Sackgasse. Die industrielle Basis des Dritten Reiches war zu schmal, um gegen Gegner wie die Sowjetunion und vor allem die Vereinigten Staaten bestehen zu können.
Krieg im Osten 1941 – 1944 – „Vernichtungskrieg“:
"Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten... Wenn wir... heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Russland und die ihm untertanen Randstaaten denken“
(Hitler 1924 in "Mein Kampf")
Am 22. Juni 1941, auf den Tag genau 129 Jahre nach dem Einmarsch der Grande Armée Napoleons in Russland, fiel die Wehrmacht mit rund 75 Prozent ihres Feldheeres (über 3 Millionen Mann) ohne vorherige Kriegserklärung in die Sowjetunion ein. In Deutschland ist dieser Teil des Zweiten Weltkrieges auch unter der Bezeichnung Russlandfeldzug 1941–1945 oder „Unternehmen Barbarossa“ bekannt. Im heutigen Russland und in der damaligen Sowjetunion ging dieser so genannte Krieg der Weltanschauungen als Großer Vaterländischer Krieg in Anlehnung an den Vaterländischen Krieg von 1812 gegen Napoléon, in die Geschichte ein. In seinem Aufruf an die "Soldaten der Ostfront" vom 22. Juni 1941 rechtfertigte Hitler den am gleichen Tag begonnenen Angriff auf die Sowjetunion damit, eigentlich sei der Einmarsch der Wehrmacht in Russland gar kein Angriffskrieg, sondern lediglich eine vorbeugende Militäraktion, um die Absicht der Roten Armee zu durchkreuzen, das Deutsche Reich zu überfallen.
Sowjetische Diplomaten in Berlin registrierten schon seit Anfang 1941 bedrohliche Anzeichen für einen bevorstehenden deutschen Überfall. Mitte Februar ließ bspw. der Erste Sekretär der Sowjetbotschaft, Valentin Bereschkow, eine seltsame Kurierpost nach Moskau abgehen: ein Exemplar eines deutsch-russischen Sprachführers, das ein Berliner Druckereiarbeiter den Russen übergeben hatte. Das Buch wurde in großer Auflage gedruckt und enthielt eindeutige Redewendungen: "Wo ist der Kolchos-Vorsitzende?", "Bist du Kommunist?", "Hände hoch oder ich schieße!" und "Ergebt euch! Am 1. Mai 1941 funkte der ein russischer Spion aus Tokio nach Moskau: "Hitler ist fest entschlossen, die UdSSR zu überfallen." Vierzehn Tage später meldete der selbe Agent: "Der Krieg kann im Juni beginnen." Und am 14. Juni lieferte er sogar den genauen Termin: "Krieg wird am 22. Juni beginnen. Aber Stalin schob die alarmierenden Meldungen beiseite wie die vielen diplomatischen Warnungen aus London und Washington, Er glaubte nicht, dass die Deutschen den Nichtangriffspakt von 1939 brechen würden: er wollte es nicht glauben. Er wollte vor allem nicht - das war seine Hauptsorge - von den Westmächten in eine Auseinandersetzung mit den Deutschen getrieben werden. Deshalb ließ er am 14. Juni die Nachrichtenagentur TASS erklären: "Nach den Informationen der UdSSR hält Deutschland die Bedingungen des sowjetisch-deutschen Paktes ebenso unverbrüchlich ein wie die Sowjetunion, weshalb nach Meinung maßgeblicher sowjetischer Kreise die Gerüchte über eine Absicht Deutschlands, den Pakt zu brechen und die UdSSR zu überfallen, jeder Grundlage entbehren ...". Weil er den Deutschen nicht den geringsten Vorwand geben wollte, zögerte Stalin, die Grenzbefestigungen zu verstärken. Zwar hatten die Russen im Februar einen neuen Mobilmachungsplan eingeführt und die Rüstungsindustrie angekurbelt. Zwar hatte Josef Stalin am 6. Mai zusätzlich zur Parteiführung auch noch das Amt des Regierungschefs übernommen, Reservisten einziehen lassen und am 19. Juni sogar erhöhte Kampfbereitschaft befohlen.
Der Überfall begann am 21. Juni, gegen zehn Uhr abends. Eine Stunde später gab der Sowjetgeneralstab Alarm: „Auf Überfall einrichten“, Nachts um 1 Uhr erreichte der Befehl die Wehrkreise, erst nach 2 Uhr die Armeestäbe. Zu den Truppen an der Grenze kam er nicht mehr durch. Sie waren schon vom Angriff überrollt. Fünfzehn Kilometer nordwestlich der russischen Grenzfestung Brest-Litowsk gab es die ersten Kampfhandlungen.
Die sowjetische Führung ist überrumpelt, hatte Stalin doch bis zuletzt eine Finte vermutet und die im Pakt eingegangenen Verpflichtungen peinlich genau erfüllt. Drei deutsche Angriffskeile bewegen sich in nördlicher Richtung auf Leningrad, in der Mitte auf Moskau und in südlicher in Richtung auf das Donezkbecken zu. In gewaltigen Kesselschlachten verliert die Rote Armee Hunderttausende von Soldaten. Bald sind das Baltikum, Weißrussland und der größte Teil der Ukraine besetzt.
Anfangs werden die deutschen Soldaten vielerorts als Befreier von der Stalin'schen Unterdrückungspolitik empfangen. Doch die im so genannten "Generalplan Ost" vorgesehene Besiedlung der eroberten Gebiete mit "Ariern" wurde durch millionenfachen Mord vorbereitet, und die verbrecherischen Aktionen der berüchtigten "Einsatzgruppen" aus SS und Gestapo hinter der Front sorgen für die Solidarisierung der Völker der Sowjetunion mit dem von Stalin ausgerufenen "Großen Vaterländischen Krieg". Bald entsteht in den besetzten Gebieten eine breite Partisanenbewegung. Hitler stoppt Anfang August 1941 den Vorstoß der Heeresgruppe Mitte auf Moskau. Entgegen dem Drängen des deutschen Generalstabes lässt er das Heer nach Süden schwenken, um die Ukraine vollständig einzunehmen und sich den Ölfeldern am Schwarzen Meer zu nähern. Als der Angriff auf Moskau Anfang Oktober fortgeführt wird, bleibt er im Schlamm und Frost kurz vor der Hauptstadt stecken. Stalin gelingt es, frische Reserveverbände aus Sibirien an die Front zu führen. Die deutsche Wehrmacht, für den Winter völlig unzureichend ausgerüstet, behauptet sich nur mühsam. Für diese Winterkrise macht Hitler seine Generäle verantwortlich. Als Folge bestimmt er sich selbst zum Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres. Das Ziel, die Sowjetunion durch einen Blitzkrieg zu besiegen, ist gescheitert.
Währenddessen greifen am 7. Dezember 1941 die japanischen Streitkräfte die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor an. Der Kriegseintritt der USA verschärft die Lage für die Achsenmächte. Hitler erklärt vier Tage später den USA den Krieg. Damit ist der Sowjetunion die Unterstützung der USA durch die Versorgung mit kriegswichtigen Gütern sicher. Das Deutsche Reich steht vor einem Zweifrontenkrieg auf dem europäischen Kontinent. m Frühjahr 1942 wird unter großen deutschen Verlusten die Ostfront stabilisiert. Die Sommeroffensive mit der Eroberung von Sewastopol und dem Vorrücken bis zum Kaukasus und zum Don bringt die größte Ausdehnung des deutschen Machtbereiches. Doch Ende Januar 1943 wird die 6. Armee in Stalingrad vernichtet. Mindestens 700.000 Menschen, Zivilisten und Soldaten, wurden in der Schlacht getötet, die einen Wendepunkt in Ostfeldzug darstellte, auch weil sie der bis dahin unbesiegten Wehrmacht den Nimbus der Unbesiegbarkeit nahm . Im Juli des gleichen Jahres geht bei Kursk die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkrieges für die Deutschen verloren. Trotz erbitterter Gegenwehr und der "Politik der verbrannten Erde" wird die Wehrmacht von der Roten Armee an den überdehnten Fronten immer weiter zurückgedrängt. Ende 1944 überschreiten sowjetische Soldaten in Ostpreußen erstmals die alte Reichsgrenze und nehmen Rache für die Verbrechen, die die Deutschen in der Sowjetunion begangen haben. Für den Kriegsausgang waren die kaum erschöpflichen Ressourcen (Menschen und Material) der Sowjetunion und deren erhebliche materielle Unterstützung durch die USA und Großbritannien entscheidend. Während des deutschen Vormarsches war es den Sowjets gelungen, große Teile der Rüstungsproduktion hinter den Ural zu verlegen. Hitler erschwerte die militärische Lage mit unsinnigen Durchhaltebefehlen. Stalin hingegen gelang es, angesichts der brutalen deutschen Besatzungspolitik die auseinanderstrebenden Völker der Sowjetunion zu einen und seine Gewaltherrschaft zu sichern. Bis Mai 1945 sterben etwa 3,5 Mio. deutsche Soldaten an der Ostfront.
Die Sowjetunion verliert im Zweiten Weltkrieg mehr als 25 Mio. Menschen.
Kriegsende – „Totaler Krieg“ / die wichtigsten Daten:
Am 7. Dezember 1941 greifen die Japaner den Stützpunkt der amerikanischen Pazifikflotte „Pearl Harbor“ auf Hawaii an. Am 11. Dezember erfolgt darauf hin eine Kriegserklärung Deutschlands an die USA.
18. Februar 1943 hält Goebbels seine berüchtigte „Sportpalastrede“.
19. April 1943 Aufstand im Warschauer Ghetto: Die Insassen des Ghettos rebellieren u.a. mit Waffengewalt gegen die Deportation der Gefangenen aus diesem Konzentrationslager in Vernichtungslager. Ihr aussichtsloser Aufstand wird von der SS brutal niedergeschlagen.
Am 13. Mai 1943 mussten die Achsenmächte in Nordafrika kapitulieren.
Am 10. Juli 1943 landen die Alliierten in Sizilien, worauf der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwirft. „Der Duce“ wird daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet.
Am 12. September 1943 gelingt es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft in einem Hotel zu befreien, er wurde nach Ostpreußen gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können („Republik von Salò“) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen.
Am 4. Juni 1944 wird Rom widerstandslos von der Wehrmacht übergeben.
Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie („D-Day“). An dieser Landungsaktion waren fast 1.530.000 Soldaten, 6.700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt.
20. Juli 1944: Attentat auf Adolf Hitler und der versuchte Staatsstreich (etwa 200 „Verschwörer“). Die von Claus Schenk Graf von Stauffenberg platzierte Bombe tötete den Diktator jedoch nicht und die Mitverschwörer wurden festgenommen und am selben Abend im Berliner Bendlerblock erschossen. Das Hauptmotiv für die mutige Aktion war allerdings eher die Beseitigung Hitlers, im „nationalen Interesse“, um so eine militärische Niederlage abzuwenden und nicht vorrangig die Beendigung der zahlreichen Kriegsverbrechen.
Am 25. August 1944 wird Paris von den Alliierten befreit. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos.
Am 21. Oktober 1944 erobern die Alliierten nach heftigen Kämpfen mit Aachen die erste deutsche Stadt, Frankreich, Belgien und die Niederlande gelten offiziell als befreit.
4. Februar bis zum 11. Februar 1945 Konferenz von Jalta (Krim): Regelte die Teilung Europas nach dem bevorstehenden Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Vertreter der Großmächte Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Großbritannien) und Josef Stalin (UdSSR) trafen sich zu dieser Konferenz
Am 25. April 1945 treffen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe („Elbe Day“). Deutschland zerfällt in zwei Teile
16. April bis zum 2. Mai 1945: Die Schlacht um Berlin ist die letzte bedeutende Schlacht des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die Kämpfe forderten Schätzungen zufolge etwa 250.000 Tote und 450.000 Verwundete. Mindestens 100.000 Tote waren Zivilisten. Am 30. April 1945 nimmt sich Adolf Hitler in seinem Bunker unter der neuen Reichskanzlei in Berlin das Leben. Die Schlacht um Berlin steht in politischer Hinsicht sinnbildlich für die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und in militärischer Hinsicht für die Brutalität des gesamten Krieges. Obwohl der Krieg für Deutschland schon lange verloren war, hatte Hitler noch am Ende befohlen, Widerstand bis zum letzten Mann zu leisten. Mit dem „Volkssturm“ wurden tausende Jugendliche und alte Männer in den letzten Wochen des Krieges geopfert. Deserteure oder Zivilisten, die sich kritisch äußerten, wurden auch noch in den letzten Tagen des Krieges von der SS und der Volksgendarmerie erschossen. Auch Stalin opferte Tausende sowjetische Soldaten, indem er die Eroberung Berlins so bald wie möglich forderte, um den Amerikanern zuvorzukommen, und so auch einen propagandistischen Sieg für die Sowjetunion zu verzeichnen.
Bevor Hitler sich am 30. April das Leben nimmt, hat er testamentarisch Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt. Dieser erklärt in einer Rundfunkansprache am 1. Mai 1945 die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in den Morgenstunden des 6. Mai die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai, 23:01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in Kraft treten soll. Der Krieg ist damit für Deutschland vorbei. Im Pazifik geht der Krieg gegen Japan noch bis zum 15. August 1945 weiter, bevor die Japaner am 2. September 1945 endgültig kapitulieren.
Kriegsverbrechen:
"Um diesen Krieg zu beenden, genügt es ... nicht, die feindliche Wehrmacht zu schlagen . . . Die jüdisch-bolschewistische Intelligenz . . . muss beseitigt werden"
(Hitler am 3. 3. 1941 zu Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes im OKW)
Da der Zweite Weltkrieg von Deutschland größtenteils aus ideologischen Gründen geführt wurde, ereigneten sich in dessen Verlauf zahlreiche Kriegsverbrechen, die sich gegen Juden, Sinti und Roma und insbesondere gegen die als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäer richteten, z. B. die Belagerung und die Aushungerung der Millionenstadt Leningrad. Dort lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen. Nachdem Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Insgesamt starben ungefähr 470.000 Menschen während dieser Belagerung.. In Polen, auf dem Balkan und in der Sowjetunion hatten die deutschen Besatzer von vornherein verbrecherische Ziele.
Der „Generalplan Ost“ sah die Dezimierung der slawischen Völker um circa 30 Millionen und die Unterdrückung der Übrigen vor. Die Maßnahmen der Deutschen waren brutal: Die Schulen oberhalb der vierten Klasse in den eroberten Gebieten der Sowjetunion wurden geschlossen, die Juden erschossen, Zwangsarbeiter wurden nach Deutschland gebracht und die Kriegsgefangenen wurden, menschenunwürdig behandelt. Die Täter kamen überwiegend aus den Reihen der SS, aber mitunter auch aus den Reihen der Wehrmacht
Dies steigerte den Hass der Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer. In der Sowjetunion, in Griechenland und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kämpften Partisanenarmeen, teils waren sie kommunistisch, teils nationalistisch. Da Partisanen nicht als Kombattanten im Sinne der Haager Landkriegsordnung galten, wurden sie nicht als Kriegsgefangene behandelt. Gefangene Partisanen oder als Partisanen Verdächtige wurden hingerichtet. Häufig folgten Partisanenangriffen brutale Bestrafungsaktionen, sogenannte „Sühnemaßnahmen“, gegen die Zivilbevölkerung. Gegen Ende des Krieges konnten die Partisanen größere Gebiete von den deutschen Besatzern befreien. Unter dem Tarnmantel der sog. Partisanenbekämpfung wurden auch unter Einbeziehung von Wehrmachtsangehörigen gleich weitere unliebsame Personen liquidiert.
Die Einsatzgruppen
Schon im Vorfeld der Kriegsplanung erhielt Heinrich Himmler als „Kommissar für Deutsches Volkstum“ besondere Vollmachten, um ungestört von der Wehrmacht im Hinterland operieren zu können. Obwohl die Wehrmacht vom Polenfeldzug her genau wusste, was unter den „Einsatzgruppen“ zu verstehen war, stimmte sie dieser Vereinbarung zu und gab zudem Befehle wie den Kriegsgerichtsbarkeitserlass (Hitler ließ anordnen, dass Straftaten von Zivilpersonen, die in den Ostgebieten gegen die deutsche Wehrmacht erfolgten, nicht durch ordentliche Verfahren vor Standgerichten oder Kriegsgerichten geahndet werden durften. Vielmehr sollten flüchtende Personen unverzüglich, Tatverdächtige auf Geheiß eines Offiziers erschossen werden; Wehrmachtsangehörige mussten nicht damit rechnen, sich nach einem Übergriff vor einem Militärgericht verantworten zu müssen) oder den Kommissarbefehl (enthielt die Anweisung, Politkommissare der sowjetischen Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln, sondern sie ohne Verhandlung zu erschießen) an ihre Einheiten aus. Die Einsatzgruppen ermordeten im ersten Kriegsjahr nach eigenen Angaben fast eine Million Menschen - überwiegend Juden und Kommunisten. Die Wehrmacht verhielt sich unterschiedlich; einige Kommandeure gaben die Befehle nicht weiter, andere unterstützten die SS aktiv. Soldaten, die sich weigerten, an den Mordaktionen teilzunehmen, wurden in der Regel jedoch nicht bestraft, mussten aber z. T. Nachteile in Kauf nehmen.
Westalliierte Kriegsgefangene und Zivilisten wurden weitestgehend nach den Regeln der Haager Landkriegsordnung und den Genfer Konventionen behandelt.
Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass auch die Rote Armee eine Vielzahl von Kriegsverbrechen verübte. Dazu gehören die Vergewaltigungen von europaweit vier Millionen Frauen durch die Soldaten der Roten Armee, davon 1,9 bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240.000 Todesfällen in deren Folge) während des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende. Beispiel: Als „Massaker von Nemmersdorf“ wird die Ermordung von 23 Zivilisten im ostpreußischen Ort Nemmersdorf am 21. Oktober 1944 bezeichnet. Das Ereignis wurde von der nationalsozialistischen Führung Deutschlands propagandistisch ausgeschlachtet. Diese Verbrechen bestärkten das Bild des brutalen Bolschewisten und erklären somit die ungebrochen Kampfeslust weiter Teil der deutschen Bevölkerung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Kriegsverbrechen in den Nürnberger Prozessen (zwischen dem 20. November 1945 und dem 11. April 1949) verhandelt und zahlreiche Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht verurteilt. Dabei mussten sich erstmals in der Geschichte Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Diese Prozesse gelten als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht, obwohl die große Mehrheit der Kriegsverbrecher aus den Einheiten der SS und der Wehrmacht allerdings nie zur Verantwortung gezogen wurde.
Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
Unmittelbar nach dem Tode von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 2. August 1934 wurden alle deutschen Soldaten auf die Person Adolf Hitler vereidigt. Während der durch die Alliierten angeordneten Entnazifizierung ab Mitte 1945 und den Nürnberger Prozessen (zwischen dem 20. November 1945 und dem 11. April 1949), führten viele später betroffene Soldaten diesen persönlichen Eid als Begründung dafür an, keinen aktiven Widerstand gegen verbrecherische Befehle der Führung geleistet zu haben.
Luftkrieg am Beispiel Dresden:
Während sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch gegen ausschließlich militärische Ziele wie Panzer, Schiffe und auf das Erringen der Lufthoheit richtete, radikalisierte sich das Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf eine englische Stadt (London) flog. Da konzentrierte Bomberangriffe, bestehend aus wenigen Maschinen hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten gingen die Alliierten ab 1942 dazu über, große Bomberschwärme mit über 1000 Maschinen nach Deutschland zu schicken, um die Städte großflächig zu zerstören. Ziel war es, sowohl Militär als auch Industrie zu vernichten als auch die Moral der Bevölkerung zu brechen
Gerade in den letzten Kriegsmonaten wurden zahlreiche deutsche Städte großflächig beschädigt bzw. „dem Erdboden gleich gemacht“. Die Strategie hinter dem großflächigen Bombardement deutscher Städte war die Annahme, dass das Bombardieren von Wohngebieten - anstelle militärischer Anlagen - den Kampfwillen der Zivilbevölkerung schwächen würde. Die Frage, ob es legitim sei, die Zivilbevölkerung im Krieg zu bombardieren, war lange Zeit umstritten und heute gilt ein solches Vorgehen allgemein als Kriegsverbrechen.
Auf Dresden flogen die Amerikaner und Briten vom 13. bis 15. Februar 1945 einige der schwersten Luftangriffe der Geschichte. Sie töteten nach Schätzungen heutiger Historiker zwischen 25.000 und 40.000 Menschen und verletzten weitere 30.000. Große Teile der Innenstadt und industriellen und militärischen Infrastruktur Dresdens wurden zerstört.
„Wunderwaffen“:
Mit den so genannten „Wunderwaffen“ wollte Hitler den Krieg noch für sich entscheiden, die zunehmende Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung eindämmen und gleichzeitig durch die so erhoffte technologische Überlegenheit die Kriegswende herbeiführen. Namentlich sind hiermit vor allem die „Vergeltungswaffen“ oder „V-Waffen“, V1 und V2 gemeint. Diese von Deutschland aus gestarteten Marschflugkörper konnten nach den Abfeuern Ziele in England erreichen und enorme Schaden anrichten. Zwar sorgten sie wegen ihrer Zerstörungskraft für Unruhe und Schrecken (forderten etwa 8000 Menschenleben in der Bevölkerung), sie waren aber aufgrund mangelnder Zielgenauigkeit nicht kriegsentscheidend.
NS- Propaganda
"Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen auf die Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je größer die zu erfassende Masse der Menschen sein soll. Handelt es sich aber, wie bei der Propaganda für die Durchhaltung eines Krieges, darum, ein ganzes Volk in ihren Wirkungskreis zu ziehen, so kann die Vorsicht bei der Vermeidung zu hoher geistiger Voraussetzungen gar nicht groß genug sein."
(Hitler in „Mein Kampf“ 1943)
Die NS-Propaganda war eine der wichtigsten Betätigungsfelder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), sie konzentrierte sich auf wenige, ständig wiederholte Schlagworte, prägnante Losungen und an die Gefühle appellierenden Parolen, welche sich vornehmlich an die breite Masse richteten. Unterschiedliche Bevölkerungskreise sollten mit unterschiedlichen Methoden angesprochen, aber stets sollte die Propaganda "die gefühlsmäßige Vorstellungswelt der großen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg zur Aufmerksamkeit und weiter zum Herzen der breiten Masse" finden - wie Adolf Hitler bereits 1924 in "Mein Kampf" betonte. Im Vordergrund stand nicht die Argumentation, sondern der Appell an die Emotionen der Menschen.
Unermüdlich agierte die NS-Propaganda bereits in der Weimarer Republik. Sie beschwor Katastrophen sowie die "nationale Schmach" des Versailler Vertrags und weckte so die Ängste und den Hass der Menschen. In populistischer Schwarz-Weiß-Manier wurden mit Demokraten, Kommunisten und Juden Feindbilder stilisiert, denen die Nationalsozialisten die Verantwortung für die politischen und ökonomischen Schwierigkeiten gaben. Besonders erfolgreich gelang ihnen dies während der Weltwirtschaftskrise, in deren Verlauf die NSDAP zur Massenbewegung aufstieg.
Direkt nach Hitlers Machtergreifung am 30. Januar, wurde am 13. März 1933 das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda errichtet. Am vorherigen Tag hatte Hitler in München bereits die „Gleichschaltung des politischen Willens der Länder“ angeordnet. Dies ermöglichte die flächendeckend organisierte Durchführung von propagandistischer Aktivität, die zuvor noch in verhältnismäßig kleinem Umfang stattgefunden hatte. Der nunmehr zum „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ aufgestiegene Joseph Goebbels konnte nun seinen Machtbereich entscheidend erweitern, da mit dieser Weisung Hitlers praktisch alle oppositionellen Medien mit einem Schlag ausgeschaltet wurden. Jegliche meinungsbildende Instanz des Deutschen Reiches war nun in den Propaganda-Apparat der NSDAP eingegliedert und wurde von Berlin aus zentral geleitet. Die NS-Propaganda versuchte ab 1933, die deutsche Gesellschaft in allen Lebensbereichen zu erfassen und zu indoktrinieren. Die Deutschen sollten in einer "geistigen Mobilmachung" - wie es Goebbels ausdrückte - zu überzeugten Anhängern des NS-Regimes und seiner Weltanschauung werden und geschlossen hinter der NS-Führung stehen. Goebbels bemerkte 1933 hierzu:
"Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird."
Technisch zeichnete sich die NS-Propaganda auch dadurch aus, dass sie die zu dieser Zeit neuen Medien wie Film und Rundfunk innovativ und öffentlichkeitswirksam zu nutzen wusste. Um ein möglichst breites Spektrum an Bürgern zu erreichen, ging 1933 zu diesem Zweck der „Volksempfänger“, im Volksmund „Goebbels Schnauze“ genannt, in Serie, welcher durch seinen verhältnismäßig geringen Preis einer Mehrheit der Bevölkerung leicht zugänglich war. Der Rundfunk entwickelte sich daher schnell zum einflussreichsten Medium der NS- Propaganda.
Goebbels lärmende Öffentlichkeitsarbeit mit Propagandamärschen der Sturmabteilung (SA) und einer sorgfältigen Choreographie aus Uniformen, Fahnen und Symbolen übten besonders bei jungen Männern eine verführerische Faszination aus, gerade in Zeiten der o.g. Wirtschaftskrise und der Orientierungslosigkeit zu Beginn der 30er Jahre.
Zusätzlich vermittelten diese aufwendig inszenierten Massenveranstaltungen den Eindruck von Stärke und Geschlossenheit und wurden deshalb besonders gerne für Gedenk- und Feiertagen wie dem "Heldengedenktag" (16. März), dem "Tag der nationalen Arbeit" (1. Mai) und den „Reichsparteitagen“ im September instrumentalisiert. Darüber hinaus sollte so die ständig propagierte, klassenübergreifenden „Volksgemeinschaft“ geformt werden.
Kernstück der Propaganda war vor allem der von ihr aufgebauten "Führerkult", um Adolf Hitler. Mythisch überhöht als "nationaler Heilsbringer" und "Erlöser" angepriesen, stand Hitler im Mittelpunkt fast aller Propagandakampagnen. Hitlers Begabung als Agitator und die Suggestivkraft seiner Rhetorik waren auch bei seinen Gegnern unbestritten. Seine oft mehrstündigen, zumeist frei gehaltenen Reden waren in der Weimarer Republik wie im NS-Regime stets ein sorgsam inszeniertes "Gesamterlebnis" mit Aufmärschen, Choral- und Marschmusik, Fackeln und Lichterdom.
Gleichzeitig intensivierte der NS-Staat seine antisemitische und rassenideologische Propaganda auf vielfältige Weise. Durch eine klare Abgrenzung zwischen dem "Freund" und dem "Gegner", einem pedantischen bzw. pseudowissenschaftlichem Herausarbeiten der Unterschiede beider, der Werte des Verbündeten und der Unwerte des Feindes, konnte ein Zusammengehörigkeitsgefühl kreiert werden und somit das Bewusstsein einer permanenten Bedrohung entstehen. Die zentralen Motive dieser Methodik des NS-Regimes waren die imaginären Figuren des "Ewigen Juden" und des "Bolschewisten". Die Verbindung beider Feindbilder zum "bolschewistischen Juden" bzw. zur "jüdisch-bolschewistischen Verschwörung" dienten unter anderem zur Vorbereitung des Ostfeldzuges. In zahlreichen Büchern und auf vielen Plakaten wurde dem "stolzen Deutschen" der "niederträchtige und geldgierige Jude" bzw. der „bolschewistische Untermensch“ gegenübergestellt. Dennoch gelang es den Nationalsozialisten nicht, im Deutschen Reich eine geschlossene antisemitische Stimmung zu erzeugen. Die Nürnberger Gesetze 1935 oder die Reichspogromnacht am 9. November 1938 fanden trotz intensiver propagandistischer Maßnahmen kaum die von der NS-Führung gewünschte Zustimmung in der Bevölkerung.
Auch die seit 1938 dominierende Wehrpropaganda und die psychologische Kriegsmobilmachung der Bevölkerung liefen weitgehend ins Leere. Von einer Kriegsbegeisterung konnte nach dem deutschen Überfall auf Polen keine Rede sein. Da die ersten Schlachten des Zweiten Weltkriegs jedoch ganz im Zeichen deutscher Siege standen, und der Erfolg über Frankreich im Sommer 1941 auch die letzten Zweifler verstummen ließ, stiegen die Sympathien für Hitler und die NS-Führung nahezu ins Unermessliche.
Mit immer schlechteren Nachrichten von allen Fronten, konzentrierte man sich mit dem Großteil der Propaganda darauf, an die Opferbereitschaft des Volkes für den immer unwahrscheinlicher werdenden „Endsieg“ zu appellieren. Die lautstarke Siegesgewissheit wich schließlich immer mehr simplen Durchhalteparolen, welche sich am treffendsten in Goebbels berüchtigter Rede vom 18. Februar 1943 wiederspiegeln, bei der er die Bevölkerung im Berliner Sportpalast zum „Totalen Krieg“ aufruft. Eine parallel dazu, ständig geschürte Angst vor dem "Einfall asiatischer Horden" ins Deutsche Reich und der grausamen Rache der Sowjets sollten die deutsche Bevölkerung zusätzlich an der Heimatfront noch einmal zu Höchstleistungen animieren. Wie sehr Goebbels bis zum Ende von seiner eigenen Propaganda überzeugt war, zeigt sich in einem Satz, den er im März 1945, also zwei Monate vor der bedingungslosen Kapitulation, auf einer Pressekonferenz sagte:
"Wenn wir untergehen sollten, dann wird mit uns das ganze deutsche Volk untergehen, und zwar so ruhmreich, dass selbst noch nach tausend Jahren der heroische Untergang der Deutschen in der Weltgeschichte an erster Stelle steht."
NS- Krieg
01.09.1939 – 08.05.1945
Einführung:
Der durch Deutschland, unter Führung von Adolf Hitler, entfachte Zweite Weltkrieg war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Er kostete insgesamt etwa 60 Millionen Menschen das Leben.
Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit kam es während einer bewaffneten Auseinandersetzung zu zahlreichen Kriegsverbrechen und systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, unter anderem durch erstmalig ausgeführte großflächige Bombardierung ganzer Wohngebiete in Europa und Asien. Dieser Terror gegen Zivilisten gipfelte schlussendlich in den beiden Atombombenabwürfen auf die japanischen Großstädte Hiroshima und Nagasaki (06.08 und 09.08.1945) durch die USA und einem massiven Einsatz von biologischen und chemischen Waffen der Japaner in China.
Kriegsziele:
Für die Nationalsozialisten war dieser Konflikt kein gewöhnlicher Krieg, sondern ein ideologisch motivierter Raub- und Eroberungsfeldzug sowie Rasse- und Weltanschauungskrieg. Das führte dazu, dass Kriegsverlauf und Kriegführung untrennbar mit dem so genannten Holocaust verbunden sind, dem vorsätzlichen und industriell geplanten Völkermord an etwa 6 Millionen Menschen jüdischer Abstammung.
Des weiteren verübte Hitlers Staatsapparat Massenmorde an Millionen so genannter Slawen, meist Polen und Russen, an Hunderttausenden Behinderten, etwa 20.000 deutschen Kommunisten und Sozialdemokraten, 5.000 Homosexuellen und 1.200 Zeugen Jehovas, an denen mitunter auch reguläre deutsche Wehrmachts- Soldaten beteiligt waren.
Im Einzelnen hatten die Nationalsozialisten folgende Kriegsziele:
ein antisemitischer und anti-„bolschewistischer“ Vernichtungskampf zur Gewinnung eines deutschen „Lebensraums“ im Osten
Hierbei gewann der Genozid an den europäischen Juden oberste Priorität.
eine Ressourcen schonende Kriegführung („Blitzkrieg “), um die Industriekapazitäten nicht zu Ungunsten der Konsumwirtschaft zu überfordern: Bei den Deutschen sollte keine Unzufriedenheit wegen der materiellen Lage entstehen
ein rascher und ausgiebiger Raumgewinn, um der sich abzeichnenden Überlegenheit der gegnerischen Rüstung zuvor zu kommen
Ausplünderung der besetzten Territorien und (vor allem im Osten) Versklavung ihrer Bewohner zugunsten des Deutschen Reiches und seiner „arischen“ Bevölkerung
Das von Beginn an anvisierte Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung und die „rassistische Neuordnung des (europäischen) Kontinents“. Zur Konsolidierung der „Heimatfront“ und im Sinne einer optimalen Nutzung der eroberten Kapazitäten sollte ein Zweifrontenkrieg zunächst vermieden werden.
Der Völkermord wurde mit der angeblichen Minderwertigkeit der „jüdischen Rasse“ sowie mit einer Verschwörungstheorie gerechtfertigt, derzufolge quasi alle Juden auf der Welt das Ziel hätten, die „germanische Rasse“ zu beherrschen bzw. auszulöschen.
Der deutsche Angriff auf Polen 1939
Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 als die Deutsche Wehrmacht Polen angriff, ohne dass im Vorhinein eine formale Kriegserklärung erfolgte. Dazu möchte ich ein kurzes Zitat von Adolf Hitler aus einer Rede vor dem Deutschen Reichstag einbringen:
"[... ] Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eignen Territ
orium auch mit
bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen.
Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten. [...]".
Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, wurden von deutscher Seite mehrere Vorfälle vorgetäuscht.
Der bekannteste ist der inszenierte Überfall am 31. August 1939 auf den Sender Gleiwitz durch verkleidete SS-Angehörige, die sich als polnische Widerstandskämpfer ausgaben. Dabei verkündeten sie in polnischer Sprache die angebliche Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.
Der erste militärische Angriff wurde durch das deutsche Linienschiff „SchleswigHolstein“ auf die Danziger Westerplatte verübt. Die polnische Armee war der deutschen Wehrmacht zwar
zahlenmäßig ebenbürtig; technisch und in der Art der Kriegführung jedoch unterlegen. Die
polnische Regierung rechnete mit der Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien,
die am 2. September aufgrund der so genannten „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein
Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.
Info: (Als englisch-französische Garantieerklärung wird die Ankündigung Englands und Frankreichs vom 31. März 1939 bezeichnet, Deutschland im Falle eines Angriffes auf Polen ebenfalls anzugreifen, um eine weitere Expansion Deutschlands in Richtung Osten zu verhindern. Im Falle eines Angriffs deutscher Truppen gegen Polen kündigten Großbritannien und Frankreich an, Deutschland den Krieg zu erklären, was dann im September 1939 auch geschah. Laut der Garantieerklärung hätte spätestens 15 Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen eine Offensive gegen das Deutsche Reich erfolgen müssen.
Diese Garantieerklärung bezog sich allerdings nur auf den Angriff von deutscher Seite aus. Der russische Angriff auf Polen war in dieser englisch-französischer Garantie Erklärung nicht abgedeckt.
Hitler hielt diese Absichtserklärung für eine Maßnahme zur Abschreckung ohne wirkliche Handlungsabsichten. Er hatte sich damit allerdings getäuscht. Durch den Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion und den damit verbundenen Vereinbarungen Deutschlands und der Sowjetunion, Polen untereinander aufzuteilen, gewann Hitler Zeit.)
Die polnische Regierung forderte natürlich, dass alle deutschen Truppen aus Polen zurückgezogen werden.
Die britischfranzösische Garantieerklärung hätte diese Staaten ve
rpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber
eine Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler
hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Resttschechei�
�
gewähren lassen würden und hatte daher den Westwall nur schwach besetzt. Wie erwartet blieb ein Angriff aus dem Westen tatsächlich aus, England und Frankreich erklärten jedoch am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg und der Zweite Weltkrieg begann.
Am 17. September 1939 begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Übereinstimmung
mit dem geheimen Zusatzprotokoll des Nichtangriffspaktes zwischen de
m Deutschen Reich
und der UdSSR. Dies geschah, nachdem die organisierte polnische Verteidigung durch
die Wehrmacht zerschlagen wurde, der polnische Staat zusammengebrochen und die polnische Regierung nach Rumänien geflohen war. Dabei besetzte die Rote Armee Teile Ostpolens (vor allem die
Westukraine, den westlichen Teil Weißrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf
einen organisierten militärischen Widerstand zu stoßen. Trotz allem hatte die Rote Armee dabei 3000 Opfer
zu verzeichnen. Diese Aktion hatte zur Folge, dass erst am 18. Dezember 1939 ein Kriegszustand mit der Sowjetunion seitens der polnischen Exilregierung erklärt wurde. Eine Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an die Sowj
etunion erfolgte
jedoch nicht.
Am 28. September kapitulierte dann die polnische Hauptstadt Warschau, nachdem sie zehn Tage zuvor von
deutschen Truppen eingeschlossen worden und nun einem intensiven Bombardement
ausgesetzt war.
Das eroberte Gebiet teilten sich am 8. Oktober das Deutsche Reich und die Sowjetunion durch eine Demarkationslinie im Abkommen von
BrestLitowsk, auch unter der „Vierten
Teilung Polens“ bekannt.
Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen
Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber�
�hinaus weite Bereiche
Zentralpolens. Der Rest Polens wurde zu deutsches
Generalgouvernement.
INFO: Der Pakt garantierte Deutschland die sowjetische Neutralität bei einer Auseinandersetzung mit Polen und den Westmächten und räumte der Sowjetunion die Möglichkeit ein, die im Ersten Weltkrieg verlorenen Territorien Russlands ohne ein Eingreifen Deutschlands zu besetzen.
Die folgende Besatzungszeit war von extremen Unterdrückungen der B
esatzer gegen die
Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste
Ausprägung; insbesondere die polnischen Juden wurden nun zu Opfern der nationalsozialistischen
Rassenpolitik. Im östlichen Teil Polens gingen sowjetische Besatzer außerdem ähnlich brutal gegen so genannte „Klassenfeinde“ vor.
Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff „Blitzkrieg“�
�und die taktische Kriegführung
Deutschlands bis Ende 1941.
April 1940: Besetzung Dänemarks und Norwegens
Das Unternehmen Weserübung bezeichnet die Invasion der deutschen Wehrmacht in Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.
Das militärische Ziel, welches mit der Invasion verbunden war, lag in der Besetzung der norwegischen Häfen, um somit Großbritannien zuvorzukommen. Einerseits wurde auf diese Weise eine Seeblockade verhindert und andererseits sollte die Eisenerz-Versorgung der deutschen Rüstungsindustrie aus Kiruna (Schweden) über Narvik gesichert werden. Dafür war Dänemark als Nachschubweg unverzichtbar.
Sowohl Dänemark als auch Norwegen waren neutral. Dänemark hatte 1939 als einziges nordeuropäisches Land einen Nicht-Angriffsvertrag mit Deutschland geschlossen. In einem Ultimatum bat Deutschland beiden Staaten an, die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit, also ihre Neutralität und ihre Selbständigkeit, anzuerkennen, falls Dänemark und Norwegen beide sofort kapitulierten. Norwegen lehnte ab und wählte den Krieg, die Dänen akzeptierten jedoch dieses Angebot nach wenigen Stunden Kampf.
Angesichts der überwältigenden Überlegenheit der Royal Navy war für das Gelingen der Operation Weserübung die absolute Geheimhaltung aller Vorbereitungsmaßnahmen Bedingung. Die Grundüberlegung zielte darauf ab, der Unternehmung den Charakter einer friedlichen Besetzung zu geben, und zwar unter dem Vorwand, der Neutralität der beiden Länder bewaffneten Schutz zu geben.
Die Operation Weserübung war sicher eine Voraussetzung dafür, dass eine Fortsetzung der deutschen Kriegsführung erfolgte. Der Export schwedischer Eisenerze und Stahlveredlungsmetalle aus dem Raum Skandinavien nach Deutschland blieb für die gesamte Dauer des Krieges gesichert. Nach der Einschätzung Großbritanniens hätte das Deutsche Reich ohne die kriegswirtschaftlich notwendigen skandinavischen Erze den Krieg nicht länger als zwölf Monate durchhalten können. Durch die Besetzung Dänemarks und Norwegens blieb die Ostsee unter der Kontrolle Deutschlands. Schließlich wurde durch das Unternehmen Weserübung eine weitere Front in Skandinavien verhindert, die vor allem Frankreich zu seiner Entlastung gefordert hatte.
Mai 1940: „Sichelschnitt“ in Frankreich
Während Deutschland zur Verteidigung der Front den Westwall hatte, diente dazu in Frankreich die stark befestigte MaginotLinie. Die Ardennen (ein Waldgebiet) galten zusätzlich als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht, dass ein Vorstoß durch dieses Gebiet möglich wäre, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.
Durch einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen sollten die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front gezwungen werden. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer und motorisierten Divisionen gedachte man, durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen.
Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände (Fall Gelb) mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. Am 17. Mai erfolgte die kampflose Übergabe Brüssels.
Die Niederländer waren durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als auf einen Krieg eingestellt als die Belgier, so dass ihre Armee ziemlich leicht geschlagen werden konnte. Nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai wurde die Kapitulation der niederländischen Truppen eingeleitet. Tags darauf erfolgte die Kapitulation der niederländischen Truppen. Die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen daraufhin nach London ins Exil.
Am 19. Mai erreichte die sechste deutsche Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in
diese Gebiete erfolgte so rasant, dass die britischen und französischen�
�Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Am 27. Mai begann dann die Operation „Dynamo“, die ihrem Anschluss mit der Evakuierung von über 338.000 alliierten Soldaten,
davon 110.000 Franzosen am 4. Juni 1940 fand.
Als der Rückzug Großbritanniens erfolgte, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. „Fall Rot“ – so lautete der deutsche Deckname für den zweiten Angriff in Frankreich – begann am 5. Juni mit einem deutschen Angriff.
Außerdem beschloss Mussolini am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni wurde die französische Hauptstadt Paris von den Deutschen besetzt. Die Franzosen räumten diese zuvor, um sie nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen. Gleichzeitig durchbrach die Wehrmacht die MaginotLinie und die symbolträchtige Festung Verdun wurde ebenfalls eingenommen.
Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise
bescheidenen Waffenstillstandsbedingungen kam es am 22. Juni 1940.
Diese Unterzeichnung erfolgte demnach im gleichen Eisenbahnwagon, wo die Deutschen am 11.11.1918 den ersten Waffenstillstand unterzeichneten, der damals zwischen dem Deutschen Reich und der Entente stattfand.
Der deutsch französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni in Kraft. Damit die französische Flotte nicht den Deutschen in
die Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte
stationiert war.
Der Krieg im Westen hatte somit nur sechs Wochen und drei Tage gedauert. Er forderte jedoch das Leben von über 135.000 Alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Die Schweiz konnte bei alledem ihre Unabhängigkeit wahren und wurde nie das Ziel einer deutschen Offensive. Frankreich wurde in zwei Zonen aufgeteilt: Der Norden und Westen Frankreichs stand unter deutscher Besetzung. Hier befanden sich wichtige Flugfelder sowie Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigsten Operationsbasen deutscher UBoote. Der Osten und Süden Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des Deutschen Reichs.
Info: (Vichy-Regime oder auch Vichy-Frankreich genannt wird der verbliebene Teil Frankreichs nach der Niederlage gegen Deutschland und der Verfassungsänderung vom 17. Juli 1940 genannt.)
Der Balkanfeldzug
Der Balkanfeldzug im Frühjahr 1941, auch als „Unternehmen Marita“ bezeichnet, kennzeichnet das Eingreifen des Deutschen Reiches gegen Jugoslawien und Griechenland, nachdem die Aktionen Mussolinis dort gescheitert waren.
Mussolinis Großmachtambitionen waren bereits seit den 30er-Jahren auf den Balkan gerichtet. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er keine Operationen in diesem Gebiet geplant, da er wahrscheinlich beabsichtigte, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten.
Mussolinis Ziel war, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten dann die italienischen Truppen endgültig in eine defensive Lage, so dass sogar ihre Zurückdrängung bis über die Grenzen Albaniens erfolgte. Angesichts solcher Niederlagen seines Achsenpartners, erließ Hitler am 13. Dezember mit dem „Unternehmen Marita“ Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.
Der Balkanfeldzug war nun nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien.
Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland.
Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart.
Griechenland kapitulierte am 21.4.1941
Die Briten, welche ebenfalls in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Am 24. April wurde diese Verteigigung überrannt. Daraufhin mussten die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.
Ein wichtige Folge des Balkanfeldzuges war, dass der Start des Russlandfeldzuges um sechs Wochen verzögert wurde, und dadurch verhindert werden konnte, dass die deutsche Wehrmacht noch vor dem Einbruch des Winters Moskau einnehmen und dort eine Vorentscheidung herbeiführen konnte.
In der geschilderten Zeit des Krieges verbuchten die Deutschen große Erfolge. Dies bezeichnet man als Blitzkrieg. Der Blitzkrieg ist eine Form der Kriegführung des kombinierten und koordinierten Einsatzes verschiedener Teilstreitkräfte, also Luft-, See- und Landstreitkräfte. Plötzliche, schnelle und unerwartete Vorstöße sollen dem Gegner dabei im Idealfall keine Gelegenheit zur Organisation einer stabilen Verteidigung geben. Die damals unbeweglichen Materialschlachten aus dem Ersten Weltkrieg sollten damit verhindert werden.
Warum mussten die Deutschen jedoch so verfahren?
Der Grund liegt darin, dass Deutschland auf lange Sicht Rohstoffe benötigte und große Materialschlachten auf Dauer nicht durchzuhalten gewesen wären. Die Breitenrüstung und Tiefenrüstung spielten hierbei eine maßgebliche Rolle. Unter der Breitenrüstung ist die Produktion von Waffen und Rüstungsgüter zu verstehen, während bei der Tiefenrüstung es um die Beschaffung von Rohstoffen geht, um Waffen zu produzieren und z. B. Kriegsfahrzeuge in Betrieb zu halten.
So lässt sich beispielsweise die in großem Stil betriebene synthetische Herstellung von Treibstoff als Tiefenrüstung verstehen. Allerdings standen nicht die Mittel zur Verfügung, um gleichermaßen Tiefen- wie Breitenrüstung zu betreiben. Die Führung entschied sich mit ihrer Blitzkriegstrategie letztlich für die schnelle Produktion vieler Waffen und damit für Vernachlässigung der Tiefenrüstung. Anfangs schien dies richtig gewesen zu sein, wie die schnellen Siege über Polen und Frankreich zeigten. Aber mit fortschreitender Kriegsdauer erwies sich dieser Weg als Sackgasse. Die industrielle Basis des Dritten Reiches war zu schmal, um gegen Gegner wie die Sowjetunion und vor allem die Vereinigten Staaten bestehen zu können.
Krieg im Osten 1941 – 1944 – „Vernichtungskrieg“:
"Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten... Wenn wir... heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Russland und die ihm untertanen Randstaaten denken“
(Hitler 1924 in "Mein Kampf")
Am 22. Juni 1941, auf den Tag genau 129 Jahre nach dem Einmarsch der Grande Armée Napoleons in Russland, fiel die Wehrmacht mit rund 75 Prozent ihres Feldheeres (über 3 Millionen Mann) ohne vorherige Kriegserklärung in die Sowjetunion ein. In Deutschland ist dieser Teil des Zweiten Weltkrieges auch unter der Bezeichnung Russlandfeldzug 1941–1945 oder „Unternehmen Barbarossa“ bekannt. Im heutigen Russland und in der damaligen Sowjetunion ging dieser so genannte Krieg der Weltanschauungen als Großer Vaterländischer Krieg in Anlehnung an den Vaterländischen Krieg von 1812 gegen Napoléon, in die Geschichte ein. In seinem Aufruf an die "Soldaten der Ostfront" vom 22. Juni 1941 rechtfertigte Hitler den am gleichen Tag begonnenen Angriff auf die Sowjetunion damit, eigentlich sei der Einmarsch der Wehrmacht in Russland gar kein Angriffskrieg, sondern lediglich eine vorbeugende Militäraktion, um die Absicht der Roten Armee zu durchkreuzen, das Deutsche Reich zu überfallen.
Sowjetische Diplomaten in Berlin registrierten schon seit Anfang 1941 bedrohliche Anzeichen für einen bevorstehenden deutschen Überfall. Mitte Februar ließ bspw. der Erste Sekretär der Sowjetbotschaft, Valentin Bereschkow, eine seltsame Kurierpost nach Moskau abgehen: ein Exemplar eines deutsch-russischen Sprachführers, das ein Berliner Druckereiarbeiter den Russen übergeben hatte. Das Buch wurde in großer Auflage gedruckt und enthielt eindeutige Redewendungen: "Wo ist der Kolchos-Vorsitzende?", "Bist du Kommunist?", "Hände hoch oder ich schieße!" und "Ergebt euch! Am 1. Mai 1941 funkte der ein russischer Spion aus Tokio nach Moskau: "Hitler ist fest entschlossen, die UdSSR zu überfallen." Vierzehn Tage später meldete der selbe Agent: "Der Krieg kann im Juni beginnen." Und am 14. Juni lieferte er sogar den genauen Termin: "Krieg wird am 22. Juni beginnen. Aber Stalin schob die alarmierenden Meldungen beiseite wie die vielen diplomatischen Warnungen aus London und Washington, Er glaubte nicht, dass die Deutschen den Nichtangriffspakt von 1939 brechen würden: er wollte es nicht glauben. Er wollte vor allem nicht - das war seine Hauptsorge - von den Westmächten in eine Auseinandersetzung mit den Deutschen getrieben werden. Deshalb ließ er am 14. Juni die Nachrichtenagentur TASS erklären: "Nach den Informationen der UdSSR hält Deutschland die Bedingungen des sowjetisch-deutschen Paktes ebenso unverbrüchlich ein wie die Sowjetunion, weshalb nach Meinung maßgeblicher sowjetischer Kreise die Gerüchte über eine Absicht Deutschlands, den Pakt zu brechen und die UdSSR zu überfallen, jeder Grundlage entbehren ...". Weil er den Deutschen nicht den geringsten Vorwand geben wollte, zögerte Stalin, die Grenzbefestigungen zu verstärken. Zwar hatten die Russen im Februar einen neuen Mobilmachungsplan eingeführt und die Rüstungsindustrie angekurbelt. Zwar hatte Josef Stalin am 6. Mai zusätzlich zur Parteiführung auch noch das Amt des Regierungschefs übernommen, Reservisten einziehen lassen und am 19. Juni sogar erhöhte Kampfbereitschaft befohlen.
Der Überfall begann am 21. Juni, gegen zehn Uhr abends. Eine Stunde später gab der Sowjetgeneralstab Alarm: „Auf Überfall einrichten“, Nachts um 1 Uhr erreichte der Befehl die Wehrkreise, erst nach 2 Uhr die Armeestäbe. Zu den Truppen an der Grenze kam er nicht mehr durch. Sie waren schon vom Angriff überrollt. Fünfzehn Kilometer nordwestlich der russischen Grenzfestung Brest-Litowsk gab es die ersten Kampfhandlungen.
Die sowjetische Führung ist überrumpelt, hatte Stalin doch bis zuletzt eine Finte vermutet und die im Pakt eingegangenen Verpflichtungen peinlich genau erfüllt. Drei deutsche Angriffskeile bewegen sich in nördlicher Richtung auf Leningrad, in der Mitte auf Moskau und in südlicher in Richtung auf das Donezkbecken zu. In gewaltigen Kesselschlachten verliert die Rote Armee Hunderttausende von Soldaten. Bald sind das Baltikum, Weißrussland und der größte Teil der Ukraine besetzt.
Anfangs werden die deutschen Soldaten vielerorts als Befreier von der Stalin'schen Unterdrückungspolitik empfangen. Doch die im so genannten "Generalplan Ost" vorgesehene Besiedlung der eroberten Gebiete mit "Ariern" wurde durch millionenfachen Mord vorbereitet, und die verbrecherischen Aktionen der berüchtigten "Einsatzgruppen" aus SS und Gestapo hinter der Front sorgen für die Solidarisierung der Völker der Sowjetunion mit dem von Stalin ausgerufenen "Großen Vaterländischen Krieg". Bald entsteht in den besetzten Gebieten eine breite Partisanenbewegung. Hitler stoppt Anfang August 1941 den Vorstoß der Heeresgruppe Mitte auf Moskau. Entgegen dem Drängen des deutschen Generalstabes lässt er das Heer nach Süden schwenken, um die Ukraine vollständig einzunehmen und sich den Ölfeldern am Schwarzen Meer zu nähern. Als der Angriff auf Moskau Anfang Oktober fortgeführt wird, bleibt er im Schlamm und Frost kurz vor der Hauptstadt stecken. Stalin gelingt es, frische Reserveverbände aus Sibirien an die Front zu führen. Die deutsche Wehrmacht, für den Winter völlig unzureichend ausgerüstet, behauptet sich nur mühsam. Für diese Winterkrise macht Hitler seine Generäle verantwortlich. Als Folge bestimmt er sich selbst zum Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres. Das Ziel, die Sowjetunion durch einen Blitzkrieg zu besiegen, ist gescheitert.
Währenddessen greifen am 7. Dezember 1941 die japanischen Streitkräfte die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor an. Der Kriegseintritt der USA verschärft die Lage für die Achsenmächte. Hitler erklärt vier Tage später den USA den Krieg. Damit ist der Sowjetunion die Unterstützung der USA durch die Versorgung mit kriegswichtigen Gütern sicher. Das Deutsche Reich steht vor einem Zweifrontenkrieg auf dem europäischen Kontinent. m Frühjahr 1942 wird unter großen deutschen Verlusten die Ostfront stabilisiert. Die Sommeroffensive mit der Eroberung von Sewastopol und dem Vorrücken bis zum Kaukasus und zum Don bringt die größte Ausdehnung des deutschen Machtbereiches. Doch Ende Januar 1943 wird die 6. Armee in Stalingrad vernichtet. Mindestens 700.000 Menschen, Zivilisten und Soldaten, wurden in der Schlacht getötet, die einen Wendepunkt in Ostfeldzug darstellte, auch weil sie der bis dahin unbesiegten Wehrmacht den Nimbus der Unbesiegbarkeit nahm . Im Juli des gleichen Jahres geht bei Kursk die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkrieges für die Deutschen verloren. Trotz erbitterter Gegenwehr und der "Politik der verbrannten Erde" wird die Wehrmacht von der Roten Armee an den überdehnten Fronten immer weiter zurückgedrängt. Ende 1944 überschreiten sowjetische Soldaten in Ostpreußen erstmals die alte Reichsgrenze und nehmen Rache für die Verbrechen, die die Deutschen in der Sowjetunion begangen haben. Für den Kriegsausgang waren die kaum erschöpflichen Ressourcen (Menschen und Material) der Sowjetunion und deren erhebliche materielle Unterstützung durch die USA und Großbritannien entscheidend. Während des deutschen Vormarsches war es den Sowjets gelungen, große Teile der Rüstungsproduktion hinter den Ural zu verlegen. Hitler erschwerte die militärische Lage mit unsinnigen Durchhaltebefehlen. Stalin hingegen gelang es, angesichts der brutalen deutschen Besatzungspolitik die auseinanderstrebenden Völker der Sowjetunion zu einen und seine Gewaltherrschaft zu sichern. Bis Mai 1945 sterben etwa 3,5 Mio. deutsche Soldaten an der Ostfront.
Die Sowjetunion verliert im Zweiten Weltkrieg mehr als 25 Mio. Menschen.
Kriegsende – „Totaler Krieg“ / die wichtigsten Daten:
Am 7. Dezember 1941 greifen die Japaner den Stützpunkt der amerikanischen Pazifikflotte „Pearl Harbor“ auf Hawaii an. Am 11. Dezember erfolgt darauf hin eine Kriegserklärung Deutschlands an die USA.
18. Februar 1943 hält Goebbels seine berüchtigte „Sportpalastrede“.
19. April 1943 Aufstand im Warschauer Ghetto: Die Insassen des Ghettos rebellieren u.a. mit Waffengewalt gegen die Deportation der Gefangenen aus diesem Konzentrationslager in Vernichtungslager. Ihr aussichtsloser Aufstand wird von der SS brutal niedergeschlagen.
Am 13. Mai 1943 mussten die Achsenmächte in Nordafrika kapitulieren.
Am 10. Juli 1943 landen die Alliierten in Sizilien, worauf der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwirft. „Der Duce“ wird daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet.
Am 12. September 1943 gelingt es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft in einem Hotel zu befreien, er wurde nach Ostpreußen gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können („Republik von Salò“) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen.
Am 4. Juni 1944 wird Rom widerstandslos von der Wehrmacht übergeben.
Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie („D-Day“). An dieser Landungsaktion waren fast 1.530.000 Soldaten, 6.700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt.
20. Juli 1944: Attentat auf Adolf Hitler und der versuchte Staatsstreich (etwa 200 „Verschwörer“). Die von Claus Schenk Graf von Stauffenberg platzierte Bombe tötete den Diktator jedoch nicht und die Mitverschwörer wurden festgenommen und am selben Abend im Berliner Bendlerblock erschossen. Das Hauptmotiv für die mutige Aktion war allerdings eher die Beseitigung Hitlers, im „nationalen Interesse“, um so eine militärische Niederlage abzuwenden und nicht vorrangig die Beendigung der zahlreichen Kriegsverbrechen.
Am 25. August 1944 wird Paris von den Alliierten befreit. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos.
Am 21. Oktober 1944 erobern die Alliierten nach heftigen Kämpfen mit Aachen die erste deutsche Stadt, Frankreich, Belgien und die Niederlande gelten offiziell als befreit.
4. Februar bis zum 11. Februar 1945 Konferenz von Jalta (Krim): Regelte die Teilung Europas nach dem bevorstehenden Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Vertreter der Großmächte Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Großbritannien) und Josef Stalin (UdSSR) trafen sich zu dieser Konferenz
Am 25. April 1945 treffen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe („Elbe Day“). Deutschland zerfällt in zwei Teile
16. April bis zum 2. Mai 1945: Die Schlacht um Berlin ist die letzte bedeutende Schlacht des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die Kämpfe forderten Schätzungen zufolge etwa 250.000 Tote und 450.000 Verwundete. Mindestens 100.000 Tote waren Zivilisten. Am 30. April 1945 nimmt sich Adolf Hitler in seinem Bunker unter der neuen Reichskanzlei in Berlin das Leben. Die Schlacht um Berlin steht in politischer Hinsicht sinnbildlich für die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und in militärischer Hinsicht für die Brutalität des gesamten Krieges. Obwohl der Krieg für Deutschland schon lange verloren war, hatte Hitler noch am Ende befohlen, Widerstand bis zum letzten Mann zu leisten. Mit dem „Volkssturm“ wurden tausende Jugendliche und alte Männer in den letzten Wochen des Krieges geopfert. Deserteure oder Zivilisten, die sich kritisch äußerten, wurden auch noch in den letzten Tagen des Krieges von der SS und der Volksgendarmerie erschossen. Auch Stalin opferte Tausende sowjetische Soldaten, indem er die Eroberung Berlins so bald wie möglich forderte, um den Amerikanern zuvorzukommen, und so auch einen propagandistischen Sieg für die Sowjetunion zu verzeichnen.
Bevor Hitler sich am 30. April das Leben nimmt, hat er testamentarisch Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt. Dieser erklärt in einer Rundfunkansprache am 1. Mai 1945 die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in den Morgenstunden des 6. Mai die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai, 23:01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in Kraft treten soll. Der Krieg ist damit für Deutschland vorbei. Im Pazifik geht der Krieg gegen Japan noch bis zum 15. August 1945 weiter, bevor die Japaner am 2. September 1945 endgültig kapitulieren.
Kriegsverbrechen:
"Um diesen Krieg zu beenden, genügt es ... nicht, die feindliche Wehrmacht zu schlagen . . . Die jüdisch-bolschewistische Intelligenz . . . muss beseitigt werden"
(Hitler am 3. 3. 1941 zu Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes im OKW)
Da der Zweite Weltkrieg von Deutschland größtenteils aus ideologischen Gründen geführt wurde, ereigneten sich in dessen Verlauf zahlreiche Kriegsverbrechen, die sich gegen Juden, Sinti und Roma und insbesondere gegen die als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäer richteten, z. B. die Belagerung und die Aushungerung der Millionenstadt Leningrad. Dort lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen. Nachdem Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Insgesamt starben ungefähr 470.000 Menschen während dieser Belagerung.. In Polen, auf dem Balkan und in der Sowjetunion hatten die deutschen Besatzer von vornherein verbrecherische Ziele.
Der „Generalplan Ost“ sah die Dezimierung der slawischen Völker um circa 30 Millionen und die Unterdrückung der Übrigen vor. Die Maßnahmen der Deutschen waren brutal: Die Schulen oberhalb der vierten Klasse in den eroberten Gebieten der Sowjetunion wurden geschlossen, die Juden erschossen, Zwangsarbeiter wurden nach Deutschland gebracht und die Kriegsgefangenen wurden, menschenunwürdig behandelt. Die Täter kamen überwiegend aus den Reihen der SS, aber mitunter auch aus den Reihen der Wehrmacht
Dies steigerte den Hass der Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer. In der Sowjetunion, in Griechenland und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kämpften Partisanenarmeen, teils waren sie kommunistisch, teils nationalistisch. Da Partisanen nicht als Kombattanten im Sinne der Haager Landkriegsordnung galten, wurden sie nicht als Kriegsgefangene behandelt. Gefangene Partisanen oder als Partisanen Verdächtige wurden hingerichtet. Häufig folgten Partisanenangriffen brutale Bestrafungsaktionen, sogenannte „Sühnemaßnahmen“, gegen die Zivilbevölkerung. Gegen Ende des Krieges konnten die Partisanen größere Gebiete von den deutschen Besatzern befreien. Unter dem Tarnmantel der sog. Partisanenbekämpfung wurden auch unter Einbeziehung von Wehrmachtsangehörigen gleich weitere unliebsame Personen liquidiert.
Die Einsatzgruppen
Schon im Vorfeld der Kriegsplanung erhielt Heinrich Himmler als „Kommissar für Deutsches Volkstum“ besondere Vollmachten, um ungestört von der Wehrmacht im Hinterland operieren zu können. Obwohl die Wehrmacht vom Polenfeldzug her genau wusste, was unter den „Einsatzgruppen“ zu verstehen war, stimmte sie dieser Vereinbarung zu und gab zudem Befehle wie den Kriegsgerichtsbarkeitserlass (Hitler ließ anordnen, dass Straftaten von Zivilpersonen, die in den Ostgebieten gegen die deutsche Wehrmacht erfolgten, nicht durch ordentliche Verfahren vor Standgerichten oder Kriegsgerichten geahndet werden durften. Vielmehr sollten flüchtende Personen unverzüglich, Tatverdächtige auf Geheiß eines Offiziers erschossen werden; Wehrmachtsangehörige mussten nicht damit rechnen, sich nach einem Übergriff vor einem Militärgericht verantworten zu müssen) oder den Kommissarbefehl (enthielt die Anweisung, Politkommissare der sowjetischen Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln, sondern sie ohne Verhandlung zu erschießen) an ihre Einheiten aus. Die Einsatzgruppen ermordeten im ersten Kriegsjahr nach eigenen Angaben fast eine Million Menschen - überwiegend Juden und Kommunisten. Die Wehrmacht verhielt sich unterschiedlich; einige Kommandeure gaben die Befehle nicht weiter, andere unterstützten die SS aktiv. Soldaten, die sich weigerten, an den Mordaktionen teilzunehmen, wurden in der Regel jedoch nicht bestraft, mussten aber z. T. Nachteile in Kauf nehmen.
Westalliierte Kriegsgefangene und Zivilisten wurden weitestgehend nach den Regeln der Haager Landkriegsordnung und den Genfer Konventionen behandelt.
Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass auch die Rote Armee eine Vielzahl von Kriegsverbrechen verübte. Dazu gehören die Vergewaltigungen von europaweit vier Millionen Frauen durch die Soldaten der Roten Armee, davon 1,9 bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240.000 Todesfällen in deren Folge) während des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende. Beispiel: Als „Massaker von Nemmersdorf“ wird die Ermordung von 23 Zivilisten im ostpreußischen Ort Nemmersdorf am 21. Oktober 1944 bezeichnet. Das Ereignis wurde von der nationalsozialistischen Führung Deutschlands propagandistisch ausgeschlachtet. Diese Verbrechen bestärkten das Bild des brutalen Bolschewisten und erklären somit die ungebrochen Kampfeslust weiter Teil der deutschen Bevölkerung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Kriegsverbrechen in den Nürnberger Prozessen (zwischen dem 20. November 1945 und dem 11. April 1949) verhandelt und zahlreiche Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht verurteilt. Dabei mussten sich erstmals in der Geschichte Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Diese Prozesse gelten als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht, obwohl die große Mehrheit der Kriegsverbrecher aus den Einheiten der SS und der Wehrmacht allerdings nie zur Verantwortung gezogen wurde.
Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
Unmittelbar nach dem Tode von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 2. August 1934 wurden alle deutschen Soldaten auf die Person Adolf Hitler vereidigt. Während der durch die Alliierten angeordneten Entnazifizierung ab Mitte 1945 und den Nürnberger Prozessen (zwischen dem 20. November 1945 und dem 11. April 1949), führten viele später betroffene Soldaten diesen persönlichen Eid als Begründung dafür an, keinen aktiven Widerstand gegen verbrecherische Befehle der Führung geleistet zu haben.
Luftkrieg am Beispiel Dresden:
Während sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch gegen ausschließlich militärische Ziele wie Panzer, Schiffe und auf das Erringen der Lufthoheit richtete, radikalisierte sich das Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf eine englische Stadt (London) flog. Da konzentrierte Bomberangriffe, bestehend aus wenigen Maschinen hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten gingen die Alliierten ab 1942 dazu über, große Bomberschwärme mit über 1000 Maschinen nach Deutschland zu schicken, um die Städte großflächig zu zerstören. Ziel war es, sowohl Militär als auch Industrie zu vernichten als auch die Moral der Bevölkerung zu brechen
Gerade in den letzten Kriegsmonaten wurden zahlreiche deutsche Städte großflächig beschädigt bzw. „dem Erdboden gleich gemacht“. Die Strategie hinter dem großflächigen Bombardement deutscher Städte war die Annahme, dass das Bombardieren von Wohngebieten - anstelle militärischer Anlagen - den Kampfwillen der Zivilbevölkerung schwächen würde. Die Frage, ob es legitim sei, die Zivilbevölkerung im Krieg zu bombardieren, war lange Zeit umstritten und heute gilt ein solches Vorgehen allgemein als Kriegsverbrechen.
Auf Dresden flogen die Amerikaner und Briten vom 13. bis 15. Februar 1945 einige der schwersten Luftangriffe der Geschichte. Sie töteten nach Schätzungen heutiger Historiker zwischen 25.000 und 40.000 Menschen und verletzten weitere 30.000. Große Teile der Innenstadt und industriellen und militärischen Infrastruktur Dresdens wurden zerstört.
„Wunderwaffen“:
Mit den so genannten „Wunderwaffen“ wollte Hitler den Krieg noch für sich entscheiden, die zunehmende Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung eindämmen und gleichzeitig durch die so erhoffte technologische Überlegenheit die Kriegswende herbeiführen. Namentlich sind hiermit vor allem die „Vergeltungswaffen“ oder „V-Waffen“, V1 und V2 gemeint. Diese von Deutschland aus gestarteten Marschflugkörper konnten nach den Abfeuern Ziele in England erreichen und enorme Schaden anrichten. Zwar sorgten sie wegen ihrer Zerstörungskraft für Unruhe und Schrecken (forderten etwa 8000 Menschenleben in der Bevölkerung), sie waren aber aufgrund mangelnder Zielgenauigkeit nicht kriegsentscheidend.
NS- Propaganda
"Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen auf die Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je größer die zu erfassende Masse der Menschen sein soll. Handelt es sich aber, wie bei der Propaganda für die Durchhaltung eines Krieges, darum, ein ganzes Volk in ihren Wirkungskreis zu ziehen, so kann die Vorsicht bei der Vermeidung zu hoher geistiger Voraussetzungen gar nicht groß genug sein."
(Hitler in „Mein Kampf“ 1943)
Die NS-Propaganda war eine der wichtigsten Betätigungsfelder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), sie konzentrierte sich auf wenige, ständig wiederholte Schlagworte, prägnante Losungen und an die Gefühle appellierenden Parolen, welche sich vornehmlich an die breite Masse richteten. Unterschiedliche Bevölkerungskreise sollten mit unterschiedlichen Methoden angesprochen, aber stets sollte die Propaganda "die gefühlsmäßige Vorstellungswelt der großen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg zur Aufmerksamkeit und weiter zum Herzen der breiten Masse" finden - wie Adolf Hitler bereits 1924 in "Mein Kampf" betonte. Im Vordergrund stand nicht die Argumentation, sondern der Appell an die Emotionen der Menschen.
Unermüdlich agierte die NS-Propaganda bereits in der Weimarer Republik. Sie beschwor Katastrophen sowie die "nationale Schmach" des Versailler Vertrags und weckte so die Ängste und den Hass der Menschen. In populistischer Schwarz-Weiß-Manier wurden mit Demokraten, Kommunisten und Juden Feindbilder stilisiert, denen die Nationalsozialisten die Verantwortung für die politischen und ökonomischen Schwierigkeiten gaben. Besonders erfolgreich gelang ihnen dies während der Weltwirtschaftskrise, in deren Verlauf die NSDAP zur Massenbewegung aufstieg.
Direkt nach Hitlers Machtergreifung am 30. Januar, wurde am 13. März 1933 das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda errichtet. Am vorherigen Tag hatte Hitler in München bereits die „Gleichschaltung des politischen Willens der Länder“ angeordnet. Dies ermöglichte die flächendeckend organisierte Durchführung von propagandistischer Aktivität, die zuvor noch in verhältnismäßig kleinem Umfang stattgefunden hatte. Der nunmehr zum „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“ aufgestiegene Joseph Goebbels konnte nun seinen Machtbereich entscheidend erweitern, da mit dieser Weisung Hitlers praktisch alle oppositionellen Medien mit einem Schlag ausgeschaltet wurden. Jegliche meinungsbildende Instanz des Deutschen Reiches war nun in den Propaganda-Apparat der NSDAP eingegliedert und wurde von Berlin aus zentral geleitet. Die NS-Propaganda versuchte ab 1933, die deutsche Gesellschaft in allen Lebensbereichen zu erfassen und zu indoktrinieren. Die Deutschen sollten in einer "geistigen Mobilmachung" - wie es Goebbels ausdrückte - zu überzeugten Anhängern des NS-Regimes und seiner Weltanschauung werden und geschlossen hinter der NS-Führung stehen. Goebbels bemerkte 1933 hierzu:
"Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird."
Technisch zeichnete sich die NS-Propaganda auch dadurch aus, dass sie die zu dieser Zeit neuen Medien wie Film und Rundfunk innovativ und öffentlichkeitswirksam zu nutzen wusste. Um ein möglichst breites Spektrum an Bürgern zu erreichen, ging 1933 zu diesem Zweck der „Volksempfänger“, im Volksmund „Goebbels Schnauze“ genannt, in Serie, welcher durch seinen verhältnismäßig geringen Preis einer Mehrheit der Bevölkerung leicht zugänglich war. Der Rundfunk entwickelte sich daher schnell zum einflussreichsten Medium der NS- Propaganda.
Goebbels lärmende Öffentlichkeitsarbeit mit Propagandamärschen der Sturmabteilung (SA) und einer sorgfältigen Choreographie aus Uniformen, Fahnen und Symbolen übten besonders bei jungen Männern eine verführerische Faszination aus, gerade in Zeiten der o.g. Wirtschaftskrise und der Orientierungslosigkeit zu Beginn der 30er Jahre.
Zusätzlich vermittelten diese aufwendig inszenierten Massenveranstaltungen den Eindruck von Stärke und Geschlossenheit und wurden deshalb besonders gerne für Gedenk- und Feiertagen wie dem "Heldengedenktag" (16. März), dem "Tag der nationalen Arbeit" (1. Mai) und den „Reichsparteitagen“ im September instrumentalisiert. Darüber hinaus sollte so die ständig propagierte, klassenübergreifenden „Volksgemeinschaft“ geformt werden.
Kernstück der Propaganda war vor allem der von ihr aufgebauten "Führerkult", um Adolf Hitler. Mythisch überhöht als "nationaler Heilsbringer" und "Erlöser" angepriesen, stand Hitler im Mittelpunkt fast aller Propagandakampagnen. Hitlers Begabung als Agitator und die Suggestivkraft seiner Rhetorik waren auch bei seinen Gegnern unbestritten. Seine oft mehrstündigen, zumeist frei gehaltenen Reden waren in der Weimarer Republik wie im NS-Regime stets ein sorgsam inszeniertes "Gesamterlebnis" mit Aufmärschen, Choral- und Marschmusik, Fackeln und Lichterdom.
Gleichzeitig intensivierte der NS-Staat seine antisemitische und rassenideologische Propaganda auf vielfältige Weise. Durch eine klare Abgrenzung zwischen dem "Freund" und dem "Gegner", einem pedantischen bzw. pseudowissenschaftlichem Herausarbeiten der Unterschiede beider, der Werte des Verbündeten und der Unwerte des Feindes, konnte ein Zusammengehörigkeitsgefühl kreiert werden und somit das Bewusstsein einer permanenten Bedrohung entstehen. Die zentralen Motive dieser Methodik des NS-Regimes waren die imaginären Figuren des "Ewigen Juden" und des "Bolschewisten". Die Verbindung beider Feindbilder zum "bolschewistischen Juden" bzw. zur "jüdisch-bolschewistischen Verschwörung" dienten unter anderem zur Vorbereitung des Ostfeldzuges. In zahlreichen Büchern und auf vielen Plakaten wurde dem "stolzen Deutschen" der "niederträchtige und geldgierige Jude" bzw. der „bolschewistische Untermensch“ gegenübergestellt. Dennoch gelang es den Nationalsozialisten nicht, im Deutschen Reich eine geschlossene antisemitische Stimmung zu erzeugen. Die Nürnberger Gesetze 1935 oder die Reichspogromnacht am 9. November 1938 fanden trotz intensiver propagandistischer Maßnahmen kaum die von der NS-Führung gewünschte Zustimmung in der Bevölkerung.
Auch die seit 1938 dominierende Wehrpropaganda und die psychologische Kriegsmobilmachung der Bevölkerung liefen weitgehend ins Leere. Von einer Kriegsbegeisterung konnte nach dem deutschen Überfall auf Polen keine Rede sein. Da die ersten Schlachten des Zweiten Weltkriegs jedoch ganz im Zeichen deutscher Siege standen, und der Erfolg über Frankreich im Sommer 1941 auch die letzten Zweifler verstummen ließ, stiegen die Sympathien für Hitler und die NS-Führung nahezu ins Unermessliche.
Mit immer schlechteren Nachrichten von allen Fronten, konzentrierte man sich mit dem Großteil der Propaganda darauf, an die Opferbereitschaft des Volkes für den immer unwahrscheinlicher werdenden „Endsieg“ zu appellieren. Die lautstarke Siegesgewissheit wich schließlich immer mehr simplen Durchhalteparolen, welche sich am treffendsten in Goebbels berüchtigter Rede vom 18. Februar 1943 wiederspiegeln, bei der er die Bevölkerung im Berliner Sportpalast zum „Totalen Krieg“ aufruft. Eine parallel dazu, ständig geschürte Angst vor dem "Einfall asiatischer Horden" ins Deutsche Reich und der grausamen Rache der Sowjets sollten die deutsche Bevölkerung zusätzlich an der Heimatfront noch einmal zu Höchstleistungen animieren. Wie sehr Goebbels bis zum Ende von seiner eigenen Propaganda überzeugt war, zeigt sich in einem Satz, den er im März 1945, also zwei Monate vor der bedingungslosen Kapitulation, auf einer Pressekonferenz sagte:
"Wenn wir untergehen sollten, dann wird mit uns das ganze deutsche Volk untergehen, und zwar so ruhmreich, dass selbst noch nach tausend Jahren der heroische Untergang der Deutschen in der Weltgeschichte an erster Stelle steht."
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